Stumm und Laut 2026 / 20.⁠ ⁠bis 22. August

20.⁠ ⁠bis 22. August
Ort: Platz der Kulturen, 1100 Wien

STUMM & LAUT
FILMFEST IN FAVORITEN
Stummfilme mit elektronisch-experimenteller Live-Musik

Filmbeginn: ca. 20:00 Uhr | Eintritt frei!
www.kulturraum10.at
Filmprogramm:
www.volxkino.at
Info-Hotline: 0676 351 22 42

Was 2000 als Experiment begann, wurde zu einem cineastisch-musikalischem Highlight im Wiener Kultursommer. Das besondere dieser Veranstaltungsreihe ist nicht nur die Aufführung selten gezeigter historischer Stummfilme, sondern vor allem die Kombination mit einer neuen, eigens für den jeweiligen Film arrangierten (elektronischen) Livemusik.

Aufgrund der Umgestaltung des Columbusplatzes ziehen wir für dieses Jahr wenige hunderte Meter weiter Richtung Hauptbahnhof auf den etwas kleineren Platz der Kulturen.

Donnerstag, 20.08.2026, 20:00 Uhr:
DIE SIRENE DER TROPEN

FR 1927 | 86 Min. | OmeU | Regie: Henri Étiévant, Mario Nalpas, mit Josephine Baker, Pierre Batcheff, Régina Dalthy, u.a.

Papitou, eine Frau auf den Antillen, rettet einen jungen französischen Ingenieur nach einem Mordanschlag und verliebt sich in ihn. Ohne Mittel folgt sie ihm nach Paris und steigt zum gefeierten Revuestar auf – nur um erkennen zu müssen, dass er eine andere liebt.

Der Film verbindet exotisierende Darstellungen mit der herausragenden Bühnenpräsenz Bakers und bleibt ein wichtiger Beitrag zur frühen filmischen Repräsentation Schwarzer Schauspieler*innen. Josephine Baker (1906–1975) nutzte ihren Ruhm später für den Kampf gegen Rassismus und für die Bürgerrechte in den USA.

Live-Musik: LÜFTEN + STERZINGER

Freitag, 21.08.2026, 20:00 Uhr:
SHINEL – DER MANTEL

UdSSR 1926 | 78 Min. | OmU | Regie: Grigori Kosinzew Leonid Trauberg, mit: Andrej Kostrickin, Antonina Eremeewa, Sergej Gerasimow u.a.

Der Film basiert auf zwei Kurzgeschichten von Nikolai Gogol und erzählt von einem mittellosen Büroangestellten, der genug Geld aufbringt, um sich einen feinen Mantel zu kaufen – in der Hoffnung, dass dieser ihm Ansehen verschafft. Ein berühmtes, exzellentes Stück expressionistischen Kinos, in Traumszene gesetzt und restlos stilisiert von Leonid Trauberg und Grigoriy Kozintsev, den Erfinder-Direktoren der „Fabrik des exzentrischen Schauspielers“ (FEKS) in St. Petersburg. Gogols Mantel in einem Film, der Künstlichkeit so extrem handhabt, als wäre sie eine phantastische Karikatur ihrer selbst.

Live-Musik: FRANZ REISECKER & DIDI KERN

Samstag, 22.08.2026, 20:00 Uhr:
DER MANN DER LACHT

US 1928 | 110 Min. | OmU | Regie: Paul Leni, mit Mary Philbin, Conrad Veidt, Julius Molnar Jr., Olga Baclanova, u.a.

Das vergessene Meisterwerk des Stummfilmkinos, ein Bindeglied zwischen deutschem Expressionismus und Universal-Horrorfilmen. Die Geschichte basiert auf einem Roman von Victor Hugo und erzählt vom unglückseligen Gwynplaine, Sohn eines rebellischen Adligen im England des 18. Jahrhunderts. Der König lässt dem Jungen ein bizarres Grinsen ins Gesicht operieren – auf dass er ewig über seinen dummen Vater lache. Stets als Horrorfilm gehandelt, ist das Werk eigentlich ein Melodram mit expressionistisch angehauchten, düster-verwinkelten Bauten und Gothic-Motiven.

Live-Musik: ENFLEURAGE