Projekte

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MUSMIG – Ideenwerkstatt zu einem Museum der Migration

Wie steht es um die Sichtbarkeit von Migration in Museen? Obwohl Arbeits- bzw. Wirtschaftsmigration, Flucht, Vertreibung und globale Mobilität zu den dominierenden Phänomenen des 20. und 21. Jahrhunderts gehören, sind sie keineswegs ebenso dominierende Themenbereiche in Museen. 

Die noch immer karge Auseinandersetzung mit diesen Themen in Museen ist frappant. Der Kulturraum 10 unterstützt daher aktiv das Kollektiv MUSMIG, die Ideenwerkstatt zu einem Museum der Migration und versteht sich auch als Teil des Kollektivs.

Der Kulturraum 10 möchte mit diesem Projekt , die Diskussion um Potenziale, Problematiken, neue Ideen sowie historische als auch utopische Konzepten eines Museums der Migration fördern und auch die Möglichkeiten ausloten, solch ein Museum in Favoriten realisieren zu können.

Bisher hat der Kulturraum 10 folgende Veranstaltungen zu MUSMIG initiiert, gefördert oder sich daran beteiligt:

14. Dezember 2019
INVENTUR – Workshop zur Gestaltung eines Museums der Migration

21. – 23. Februar 2020
Ausstellung: Die Geburt des Museums der Migration

1. November – 31. Dezember 2020
Expert*innengespräche zu einem Museum der Migration

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Gedenkkultur

Ein sehr wichtiges Projekt des Kulturraum 10 ist die aktive Förderung der Gedenkkultur in Favoriten und darüber hinaus. Viele Orte im Bezirk sind mit den großen Verbrechen der NS-Diktatur verbunden. In einer Gegenwart, die sich immer auffälliger wieder den menschenverachtenden Stereotypen jener Epoche der Vernichtung zuwendet, ist es wichtig, daran zu erinnern und die grundlegendsten Fragen an die Geschichte zu stellen. Was geschah damals überhaupt? Wer war beteiligt? Wo und wann geschah etwas? Wie ist es abgelaufen und schließlich, warum geschah es?

Manchmal erinnern uns noch Gedenktafeln oder Denkmäler daran, dass Menschen Leid angetan wurde, oft aber sind jegliche Spuren beseitigt worden und es ist notwendig, neue Erinnerungsorte zu schaffen. So hat der Kulturraum 10 aktiv dafür gesorgt, dass es ein Denkmal für den zerstörten Tempel am Humboldtplatz gibt. Auch feiert der Kulturraum 10 gemeinsam mit dem Verein Voice of Diversity jedes Jahr am 20.Mai, dem Geburtstag von Mongo Stojka, ein Fest im Barankapark/Hellerwiese, um der Roma und Sinti zu gedenken, die Opfer des Nationalsozialismus wurden. 

Wir erklären uns auch solidarisch mit anderen Formen des Gedenkens und internationalen Initiativen, wie dem Protest der Samstagsmütter in der Türkei oder dem Hiroshima-Tag am 6. August.

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Stumm und Laut – Filmfestival am Columbusplatz

Vor rund hundert Jahren haben am Laaerberg große Filmstudios ihren Betrieb aufgenommen. Damit ist viel Aktivität, neues Leben und ein wichtiges Stück Moderne in den Bezirk gekommen. Manche Quellen berichten von bis zu 14.000 Statistinnen und Statisten, die in den monumentalen Kulissen der Super-Produktionen der 1920er Jahren mitgewirkt haben. Auch der Laaerberg selbst wurde für die Filmproduktion umgegraben, bebaut und sichtlich verändert. Das Medium Film hat sich also physisch in die Struktur und Landschaft unseres Bezirks eingeschrieben. Heute erinnert daran noch die Bezeichnung „Filmstadt“ im Kurpark Oberlaa.

In genau dieser mit Geschichte aufgeladenen Umgebung fand im Jahr 2000 die Premiere des Stumm & Laut Festivals statt – mit der Idee, die Filme von damals an ihrem Entstehungsort wieder aufzuführen. Dies war übrigens eines der ersten Stummfilm-Festivals im deutschsprachigen Raum. Eine Besonderheit von Stumm & Laut, wie der Name bereits andeutet, war von Anfang an die für jeden Film eigens arrangierte Livemusik. Eine Erinnerung daran, dass Film nie Stumm gedacht, sondern schon immer auch akustische Resonanz des Lebens war.

Nach 10 erfolgreichen Jahren am Laaerberg ist das Festival 2011 dann etwas näher in die Stadt hierher an den Columbusplatz gewandert wo es bis heute jeden August drei Tage lang stattfindet.

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